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Max-Steenbeck-Gymnasium

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Beschreibung Technik Galerie News
Die Sanierung des leer stehenden Schulgebäudes am Standort Erich-Weinert-Straße zur Energiesparschule wird von der Stadt Cottbus als Modellvorhaben zur energetischen Stadterneuerung in Angriff genommen. Als neue Nutzer sollen sich das Max-Steenbeck-Gymnasium mit seiner mathematisch-naturwissenschaftlichen Profilierung sowie die UNEX-Schülerlabore der BTU (Brandenburg Technische Universität) hier etablieren.

Das Gebäude wurde 1974 in Montagebauweise errichtet und hat eine Nutzungsdauer von mehr als 33 Jahren hinter sich. Um so wichtiger ist ein zukunftsweisender und vor allem nachhaltiger Umbau, bei dem es um mehr als nur die Senkung der Energiekosten geht.

Um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden, gründete sich um die Planungsgruppe Prof.Sommer die Arbeitsgemeinschaft Steenbeck, in der mehrere Fachplaner sich ergänzend dem Projekt Energiesparschule widmen.

Das Raumklima einer Schule beeinflusst stark das Lernklima. Demzufolge müssen die besonderen Herausforderungen bezüglich des Luftwechsels, der Belichtung, Akkustik und Blendung an die differenzierten Nutzungsarten der Räumlichkeiten angepasst werden. Das Ziel der Planer ist eine energetisch hocheffiziente Sanierung, die den Anforderungen einer Elite-Schule gerecht wird.
BauherrStadtverwaltung Cottbus
Baujahr2009-2012
PlanungsleistungenHeizung
Lüftung
Sanitär
Kältetechnik
Feuerlöschtechnik
MSR
Labortechnik
Investitionskostenvorr. 2.070.000 €
Leistungsphasen1 bis 9

Die Architektur und die Gebäudetechnik werden durch die flexible Nutzung einzelner Räume bestimmt. Die Anforderungen an ein Passivhaus sind u.a. eine gut gedämmte Hülle, was wiederum hohe interne Wärmegewinne mit sich bringt. Hier bekommt das Thema des Sonnenschutzes eine besondere Bedeutung, um eine Überhitzung gerade in den Sommermonaten zu vermeiden.
Aktuelle Ansicht des unsanierten Schulgebäudes






24.01.14
Prima Klima im Max-Steenbeck-Gymnasium
Ausgeklügeltes Lüftungssystem / Luftqualität wird überwacht / 78 000 Euro weniger Heizkosten pro Jahr

Prima Klima im Max-Steenbeck-Gymnasium Annette Neupetsch, Schulleiter Andreas Käßner, Frank Krah und Dr. Tobias Häusler (v.r.) am Experimentierplatz im Schülerlabor, wo die Daten der Raumklima-Überwachung einlaufen. Foto: Nicole Nocon
Im Steenbeck-Gymnasium lernen kluge Köpfe. Aber das Gebäude, in dem sie lernen, ist nicht minder clever. Das Schulhaus in der Universitätsstraße wurde mit intelligenter Technik ausgestattet, die unter anderem die Lüftung in dem Gebäudekomplex steuert. BTU-Wissenschaftler wachen darüber, dass alles richtig funktioniert.

Wenn viele Schüler in einem Klassenzimmer lernen und beim Lösen kniffliger Matheaufgaben die Köpfe qualmen, herrscht schnell dicke Luft. Doch im Max-Steenbeck-Gymnasium (MSG) wird das Raumklima genau überwacht. Denn das Schulgebäude wurde nicht nur nach Passivhauskriterien saniert. Zusätzlich wurden auch Fördermittel des Bundes für ein zweijähriges Monitoring eingeworben. Zwei Jahre lang überwachen Wissenschaftler der BTU Cottbus-Senftenberg mittels spezieller Messtechnik unter anderem die Luftqualität in den Klassenzimmern. Hierfür wurden im Schulgebäude sechs Sensoren installiert, die den Kohlendioxidgehalt der Raumluft messen.

Keine Gefahr bei Rot

Hin und wieder kommt es vor, dass eines der Kontrolllämpchen von Grün auf Rot springt. "Das geschieht immer dann, wenn ein Kohlendioxidgehalt von 1400 ppm erreicht wird. Ein Grund zur Beunruhigung ist das aber noch lange nicht. Der zulässige Grenzwert liegt bei 5000 ppm", erklärt Dr. Tobias Häusler vom BTU-Lehrstuhl Angewandte Physik/Thermophysik, der das Monitoring leitet. "In einem frisch gelüfteten Raum liegt der Kohlendioxidgehalt in der Regel ungefähr bei 400 ppm. In einem normalen Klassenraum, der während vier Unterrichtsstunden nicht gelüftet wird, ist ein Kohlendioxidgehalt von 5000 ppm nicht ungewöhnlich. Wenn nicht gelüftet wird, liegt der Wert schon nach zehn Minuten bei 1500 ppm. Das ist gesundheitlich nicht bedenklich. Aber die Konzentrationsfähigkeit lässt nach, bei 1400 ppm etwa um zehn Prozent", sagt Häusler.

Diplom-Ingenieur Frank Krah von der Cottbuser Integral-Projekt GmbH hat das Lüftungskonzept für das MSG mitentwickelt. "Wir wollen, dass sich die Schüler im Unterricht zu 100 Prozent konzentrieren können. Die Lüftungsanlage ist so eingestellt, dass einzelne Spitzen von 1800 nie überschritten werden. Das hat das Monitoring im ersten Jahr nach dem Einzug gezeigt. Wenn die voreingestellte Lüftung doch einmal nicht ausreicht und ein Kontrolllämpchen auf Rot springt, dann kann die Lüftung im betroffenen Raum von Hand zugeschaltet werden", erklärt Frank Krah.

Da Lüftungsanlagen Energiefresser sind und im Passivhaus ein bestimmter Energieverbrauch nicht überschritten werden darf, haben Krah und sein Team für das MSG ein ausgeklügeltes System entwickelt. "Der Lüftungsplan ist an den Stundenplan gekoppelt, das heißt, dass die Lüftung nur in den Räumen läuft, die auch belegt sind. Wenn es zu spontanen Verschiebungen in der Raumverteilung kommt, dann kann die Lüftung für die einzelnen Klassenzimmer manuell zugeschaltet werden. Und sollte am Ende einer Unterrichtsstunde die Luft doch mal dicker werden, dann können auch die Fenster für wenige Minuten geöffnet werden. Das ist in einem Passivhaus durchaus erlaubt", betont Krah.

Kinderkrankheiten

Im ersten Jahr nach dem Einzug waren noch ein paar Nachjustierungen an der Steuerung der Gebäudetechnik nötig. "Es wird immer weiter optimiert. Und auch wir Lehrer wurden instruiert, worauf wir achten müssen", sagt Schulleiter Andreas Käßner. Insgesamt sei die Technik aber schulalltagstauglich. "Wir wollen uns nicht von der Technik beherrschen lassen. Wir wollen die Technik als Schule mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Schwerpunkt beherrschen", stellt Käßner klar. Denn für die Steenbeck-Schüler sorgt die Gebäudetechnik des Schulhauses nicht nur für Wohlfühlklima. Mit den Fördermitteln für das Monitoring wurde für die Nachwuchsforscher im Schülerlabor auch ein Experimentierplatz mit Messgeräten eingerichtet, an dem sie angeleitet von Tobias Häusler das Raumklima im Schulhaus kontrollieren können.

Annette Neupetsch vom Fachbereich Immobilien der Stadtverwaltung hat die Sanierung des neuen MSG als Projektleiterin begleitet. Sie erinnert sich an rege Diskussionen in der Planungsphase. Inzwischen schaut sie sehr zufrieden auf das, was gemeinsam mit allen Beteiligten erreicht wurde: "Wir haben ein typisches Plattenbau-Schulgebäude aus den 1970er-Jahren so saniert, dass es Passivhauskriterien genügt. Das ist einmalig und könnte durchaus Schule machen", sagt Annette Neupetsch. Auch das Energiekonzept ist offensichtlich aufgegangen. Tobias Häusler hat die Daten des ersten Jahres mit denen des letzen Schuljahres am alten Steenbeck-Standort verglichen: "Obwohl das vorherige Schulgebäude im letzten Jahr nur zur Hälfte genutzt wurde, liegt unsere jetziger Energieverbrauch um 82 Prozent unter dem alten Wert.

Das bedeutet, dass wir eine Heizkostenersparnis von 78 000 Euro pro Jahr erreicht haben. Hinzugekommen sind dafür 10 000 Euro Stromkosten für die Lüftungsanlage. Passivhäuser dürfen maximal 34 Kilowattstunden Strom pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. Das MSG liegt 2013 trotz des sehr langen Winters bei 32 Kilowattstunden."

Nicole Nocon

Projekt: Max-Steenbeck-Gymnasium

28.09.10
Grundstein für innovatives Schulhaus in Cottbus gelegt
Innen drin herrscht seit Jahren Innovation, doch das Haus des Max-Steenbeck-Gymnasiums in Sandow leidet an Altersschwäche. Das wird sich in den kommenden zwei Jahren ändern. Dann soll das neue, energiesparende Schulgebäude am Uni-Campus bezugsfertig sein – und selbst zum Forschungsobjekt werden.
13 Millionen Euro kostet der Bau. Den Löwenanteil wird die Stadt Cottbus mit 8,3 Millionen Euro zahlen. Den Rest steuert das Land Brandenburg bei. Am Montagnachmittag wurde der Grundstein dafür gelegt.

Ein wenig wehmütig klingt Julia Menzel. Die Schülerin steht in dem zum Skelett reduzierten alten Schulhaus an der Erich-Weinert-Straße. Noch braucht es reichlich Fantasie, um das neue Max-Steenbeck-Gymnasium zu erkennen. "Das wird eine schöne Schule", sagt Julia Menzel. "Mit Aula und Kantine und der Nähe zur Universität." Sie muss es wissen, waren doch die Schüler an den Planungen beteiligt. Doch die 19-Jährige wird das neue Haus nicht mehr auf der Schulbank erleben, da es erst in zwei Jahren fertig sein soll. Trotzdem freue sie sich für die anderen Schüler, sagt sie, die sich ab Februar 2012 nicht mehr mit undichten Fenstern und kaputten Toiletten herumärgern müssen.


Schulleiter Andreas Käßner schwingt den Hammer bei der Grundsteinlegung. Dabei wird er von Wissenschaftsministerin Martina Münch, Bildungsminister Holger Rupprecht, OB Frank Szymanski (alle SPD) und Architekturprofessor Ralf-Rüdiger Sommer (v.l.) beo
Schulleiter Andreas Käßner ist darüber erleichtert und Brandenburgs Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD) nimmt ihm die Worte aus dem Mund, als er sagt: "Damit bekommt eine der leistungsstärksten Schulen des Landes endlich auch tolle Bedingungen. Mit dem Einbau der Schülerlabors der BTU wird die hervorragende Kooperation mit der Universität weiter gefestigt." Das Schülerlabor wird aber nicht nur den Steenbeckern zur Verfügung stehen, sondern soll von allen Schulen der Region genutzt werden, betont BTU-Vizepräsident, Prof. Dr.-Ing. Matthias Koziol. "Wir wollen damit die Schüler für Technik und Naturwissenschaft begeistern", so Koziol.

Geforscht wird nicht nur im Labor. Das neue Schulgebäude selbst wird zum Forschungsobjekt. Denn das extrem sparsame Haus, das maximal 15 Kilowattstunden Heizwärme pro Quadratmeter verbraucht, wird überwacht. Die gesammelten Energie-Daten sollen im Unterricht verwendet werden.

Für Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) entspricht das neue Schulhaus den höchsten technischen und wissenschaftlichen Ansprüchen. "Mit dem Projekt konnten wir auch die Kommunalaufsicht überzeugen, so dass wir einen Kredit aufnehmen dürfen, um den Bau zu ermöglichen", so der Oberbürgermeister. Das stärke die regionale Wirtschaft, schließlich seien für den Bau fast 100 Aufträge in Stadt und Region gegangen. Das alte Schulgebäude in Sandow wird nach dem Umzug verschwinden. "Dann wird das Grundstück in die Stadtentwicklung einbezogen, um Wohnraum zu schaffen", erklärt Baudezernentin Marietta Tzschoppe.

Zum Thema: Durch die Sanierung soll das 1974 errichtete Schulgebäude Passivhausstandard, also einen Heizwärmebedarf von maximal 15 Kilowattstunden je Quadratmeter, erreichen.Das neue Steenbeck-Gebäude ist eines von nur vier Demonstrationsobjekten für energieeffiziente Schulen bundesweit.

Projekt: Max-Steenbeck-Gymnasium

12.10.09
Steenbeck-Gymnasium Cottbus wird Energiesparschule für kluge Köpfe
Bis zum Frühjahr 2012 soll das leerstehende Schulgebäude in der Erich-Weinert-Straße für das Max-Steenbeck-Gymnasium saniert und zur Energiesparschule umgebaut werden. Laut Baubeigeordneter Marietta Tzschoppe (SPD) entsteht „ein innovatives Projekt mit hohem energetischen Standard“. Die Ergebnisse der Vorplanung sind jetzt an der Hochschule Lausitz vorgestellt worden.


Prof. Ralf Rüdiger Sommer (r.) erläutert Schülern und Elternvertretern den Entwurf zum Umbau des Max-Steenbeck-Gymnasiums.
"Wir wollen das Gefühl von Licht und Sonne in die Schule bringen", sagte Prof. Dr. Ralf-Rüdiger Sommer, dessen Architekturbüro sich mit der Planungsgruppe ABV und der Architekturwerkstatt Cottbus zur Arbeitsgemeinschaft Steenbeck zusammengeschlossen hat. Die Arbeitsgemeinschaft hatte laut Stadtverwaltung in einem Auswahlverfahren unter etwa 35 Büros den Zuschlag erhalten. Die Planer wiederum hätten in einem offenen Verfahren Schüler, Lehrer und Eltern in die Entscheidungsfindung mit einbezogen.

"Seit Juli sind wir intensiv mit den Umbauplänen beschäftigt", sagte Schulleiter Andreas Käßner. In fünf Arbeitsgruppen seien Pro und Kontra verschiedener Varianten besprochen worden. "Wir investieren in die Zukunft kluger Köpfe", so Käßner. Das Gebäude solle "auch noch in 20 Jahren den Ansprüchen einer Eliteschule entsprechen". In 20 Jahren Schulgeschichte hätten Steenbeck-Schüler 31 internationale Titel nach Cottbus geholt. Die Transparenz des Entwurfs der Architekten komme dem Anspruch der Schule ebenso entgegen wie die Nähe zur BTU.

Während Schüler Julien Seifert (12) das großzügige Platzangebot und den überdachten "regenfreien Übergang" zwischen den Gebäuden lobte, fragte Peter Seifert, Elternsprecher der Klasse 7/II, nach der Finanzierbarkeit und der Energiebilanz des Projekts.

Laut Stadtverwaltung ist eine Gesamtinvestition von 10,8 Millionen Euro geplant, wovon etwa 3,6 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung stünden. Die Sanierung des alten Standortes würde mit 13,5 Millionen Euro teurer.


Modell des künftigen Gebäudes für das Max-Steenbeck-Gymnasium.
Auch die energetische Bilanz ist nach Angaben der Planer positiv. "Aus einem Mitte der 70er-Jahre errichteten typischen DDR-Plattenbau entsteht die erste Passivhausschule in Cottbus", sagte die Architektin Elke Donath. Das Gebäude habe einen jährlichen Heizwärmebedarf von weniger als 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter. Prof. Sommer erklärte das Konzept so: "In einem herkömmlichen Gebäude werden drei Wassereimer Öl pro Quadratmeter und Jahr für die Heizung benötigt, in einem Niedrigenergiehaus ein Eimer. In einem Passivhaus genügen drei große Kirchenkerzen."

Erreicht wird das nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Steenbeck durch sehr gute Wärmedämmung, dreifach verglaster Fenster, Wärmerückgewinnung, der Nutzung von Erdwärme und einer Solaranlage.

Große Fenster vermittelten ein Gefühl von Modernität, sagte Ralf-Rüdiger Sommer. Eingangsbereich, Flure und Pausenräume seien lichtdurchflutet. Dem musisch-künstlerischen Bereich werde ein Freihof zugeordnet.

Im südlichen Außengelände solle eine Sportanlage mit 120-Meter-Bahn entstehen, sagte Landschaftsarchitekt Hagen Engelmann. Außerdem entstünden zwei Kleinsportfelder und eine Rundlaufbahn. Für den nördlichen Außenbereich stellte Engelmann drei Varianten vor. Die ursprünglich geplante Raucherinsel wurde nach dem Veto von Lehrern und Schulverwaltung gekippt.

Der Umbau der Schule in der Erich-Weinert-Straße soll nach Verwaltungsangaben im zweiten Quartal 2010 beginnen. Für die ebenfalls vorgesehene Einrichtung von Laboren der BTU, die von Steenbeck-Schülern mitgenutzt werden können, sei die Finanzierung derzeit noch nicht gesichert.

Projekt: Max-Steenbeck-Gymnasium